Schärfen in Photoshop: Alle Techniken Schritt für Schritt vorgestellt » pixelsucht.net

Gastbeitrag von Dirk Metzmacher

Das Model: perfekt. Die Pose, der Gesichtsausdruck, der Hintergrund – alles passt. Wenn nur nicht diese leichte Unschärfe zu sehen wäre. Doch Photoshop wäre nicht Photoshop, wenn es für dieses Problem der Bildbearbeitung nicht zahlreiche Lösungen bereit halten würde. Wir stellen die Techniken im Detail vor und zeigen Vor- und Nachteile auf. Zur Überprüfung der Ergebnisse achtet ihr besonders auf Augen und Haare.


Der Klassiker: Unscharf maskieren

Der Filter > Scharfzeichnungsfilter > Unscharf maskieren wird von allen Seiten empfohlen, wenn eine erste Scharfzeichnung das Ziel ist. Einfach zu bedienen, bei guter Schärfung. Ein Klassiker. Das Dialog-Fenster zeigt drei Regler. Zunächst wird der Radius eingestellt, wobei ein Erfahrungswert 0,2 Pixel bei kleineren (unter 1000 Pixel) und 0,3 bei größeren Dokumenten ist. Dieser Wert bestimmt, in wie weit Photoshop um jeden Pixel eine Analyse der Kontrastsprünge vornimmt.

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Über die Stärke wird dann die Umsetzung festgelegt. Bleibt noch der Schwellenwert. Ziel ist es, die Kanten zu schärfen. Flächige Bereiche sollten möglichst von der Bearbeitung ausgenommen werden. Wird der Schwellenwert etwas herauf gesetzt, so setzt Photoshop erst ab einem größeren Unterschied der Pixelkontraste mit der Schärfung an. So können wir sicher gehen, dass Farbflächen und erwünschte Unschärfen ohne Störungen bestehen bleiben. Zu hoch darf dieser Wert allerdings auch nicht gesetzt werden, da schnell die Schärfung kaum noch zu sehen ist. Ein Wert von 5 ist hierbei einen Test wert.


Alternative: Selektiver Scharfzeichner

Der Scharfzeichnungsfilter > Selektiver Scharfzeichner bietet uns ebenso die Regler Radius und Stärke an. Der Radius darf hier gerne etwas höher eingestellt werden. Statt einem Schwellenwert gibt es hier den Regler Rauschen reduzieren. Eine erste Besonderheit ist Verringern. Damit können wir bestimmen, um welche Art der Unschärfe es sich handelt. Ist es eine Gaußsche Weichzeichnung, eine Objektivunschärfe oder eine Bewegungsunschärfe. Bei dieser können wir dann auch gleich die Richtung angeben.

Eine weitere Besonderheit ist die separate Schärfung für die Tiefen und die Lichter, also für die hellsten und dunkelsten Bereich in der Aufnahme. Die Tonbreite bestimmt, wie weit diese Bereiche gehen, als bis wo es ein dunkler bzw. ein heller Bereich ist. Über Verblassen wird der Effekt zurück genommen.

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Verwacklung reduzieren

Über den Scharfzeichnungsfilter > Verwacklung reduzieren können Bewegungen des Motivs oder auch der Kamera abgeschwächt werden. Mit dem Verwacklungsrichtung-Werkzeug kann dabei die Richtung der Bewegung angezeigt werden. Wichtig ist hierbei, die Vorschau zu aktivieren. Photoshop hat auch schon einen Bereich automatisch erfasst, so dass in meinem Beispiel zwei Stellen im Bild analysiert werden. Das Verwacklungsspur-Limit wird eher klein angesetzt (ab 10), über die Glättung und die Artefaktunterdrückung die Schärfung verfeinert.

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Altbekannt: Die Hochpass-Schärfung

Die Hochpass-Schärfung ist ein weiterer Klassiker. Über das Tastenkürzel Strg+J wird das Original kopiert, dann der Filter > Sonstige Filter > Hochpass aktiviert. Je mehr Details und Konturen vom Bild sichtbar sind, desto stärker wird die Schärfung ausfallen. Nach dem Bestätigen wird die Füllmethode von Normal auf Ineinanderkopieren umgestellt. Eine ansprechende Schärfung ist das Ergebnis, doch manchmal kommt es dabei zu unerwünscht hellen Kanten.

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Eine Optimierung dieser Technik verlangt im ersten Schritt nach zwei Kopien. Wir drücken also zweimal Strg+J. Die oberste Kopie nennen wir High, die untere Low. High wird ausgeblendet, Low ist aktiv. Wir nutzen den Filter Weichzeichnungsfilter > Matter machen. Die beiden Regler sollten so zusammenspielen, dass die wichtigsten Konturen scharf bleiben, flächige Bereicher aber glatt gezogen werden. Die Ebene „High“ wird sichtbar gemacht und aktiviert, dann Bild > Bildberechnungen im Menü ausgewählt. Wir geben die Ebene „Low“ an und setzen den Mischmodus auf Subtrahieren. Skalieren steht auf 2, Versatz auf 128. Umkehren ist deaktiviert.

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Nach dem Bestätigen wird die Ebene „Low“ ausgeblendet, dann die Füllmethode der Ebene „High“ auf Strahlendes Licht umgestellt. Beide Techniken können auch kombiniert werden. Die Ebenendeckkraft steht immer als weiter Option zum Feintuning bereit.

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Schärfen in Camera Raw

Über Filter > Camera Raw-Filter haben wir auch direkt in Photoshop Zugriff auf Adobes Add-on. Wir wechseln von den Grundeinstellungen zu dem Reiter Details. Gleich vier Regler stehen uns da unter Schärfen zur Verfügung. Der Radius startet hier bei 0,5 Pixel und bestimmt wieder die Analyse um jeden Pixel. Der Betrag bestimmt die Stärke der Umsetzung. Dieser Wert spielt perfekt mit dem Regler Details zusammen, der eine Feinjustierung ermöglicht. Über Maskieren wird Rauschen in flächigen Bereichen reduziert, welches durch das Schärfen deutlicher geworden ist.

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Das Photoshop-Panel: Sharpen4Web CC

Wer seine Fotos im Netz präsentieren möchte kennt das Problem, dass diese nach der Reduzierung der Größe eher matschig wirken. Zumindest nicht so kristallscharf, wie es all die anderen Fotografen augenscheinlich umsetzen können. Der Trick ist grob erklärt, dass die Schärfung in einem Zwischenschritt von zwei Verkleinerungen angewendet wird. Natürlich gibt es noch mehr Kniffe, die allesamt in dem Panel Sharpen4Web CC auf Knopfdruck und mit zahlreichen Einstellungsmöglichkeiten bereit stehen: vom Schärfen und Verkleinern, über das Einfügen eines Wasserzeichens oder Logos bis hin zum Exportieren.


Zur Homepage des Panels geht’s hier entlang.


Tutorials und Vorlagen

Eine weitere Empfehlung ist die Wissensplattform TutKit.com (https://www.tutkit.com/). Fast 6000 Tutorials und über 9000 Vorlagen und Presets werden da geboten. Ein erster Testzugang ist kostenlos und reicht für einen Einblick. Etwa in das Training Photoshop-Workshop-DVD – Basics & Tricks (https://www.tutkit.com/dvd/photoshop-workshop-dvd-basicstricks–5) von Stefan und Matthias Petri, Uli Staiger sowie Calvin Hollywood. Oder auch Freistellen mit Photoshop (https://www.tutkit.com/dvd/freistellen-mit-photoshop–31), mit Tipps und Tricks zum Freistellen von Fell, Haare, Wolken, Feuer, Bäume, Gläser und andere filigrane Objekte.

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Gastbeitrag von Dirk Metzmacher


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